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Bauschäden durch Feuchtigkeit in der Dachkonstruktion

Feuchtigkeit bewirkt innerhalb der Konstruktion eine Erhöhung der Wärmeleitfähigkeit der Baustoffe. Gleichzeitig ist sie – insbesondere bei Holzbauteilen – die Voraussetzung für das Wachstum von holzzerstörenden Pilzen und schafft Lebensbedingungen für holzzerstörende Insekten.

Das Eindringen von Feuchtigkeit in die Konstruktion kann auf drei Arten geschehen:

  1. durch unmittelbares Eindringen von Wasser, zum Beispiel durch Bewitterung (Schlagregen).
  2. durch Wasserdampfdiffusion (s. Abb. 1). Wasserdampfdiffusion ist das „Wandern“ von Wasserdampf innerhalb eines Bauteils. Es „wandert“ (diffundiert) dabei in Richtung des geringeren Dampfdrucks in das Innere des Bauteils, wo (insbesondere in der kalten Jahreszeit, der „Tauperiode“) die Temperatur abnimmt und schließlich der Taupunkt (die Temperatur, an der der Wasserdampf sich zu Wassertröpfchen kondensiert) erreicht und unterschritten wird. Bei bauphysikalisch korrekt aufgebauten Konstruktionen wird das hier entstehende „Kondenswasser“ während der warmen Jahreszeit (Verdunstungsperiode) wieder an die Außenluft abgegeben.
  3. durch Wasserdampfkonvektion (s. Abb. 2). Unter Wasserdampfkonvektion versteht man das Hineinströmen von Wasserdampf in ein Bauteil durch Undichtigkeiten in der Bauteiloberfläche, den Randabschlüssen oder durch Fugen.
Blower Door, Abbildung 1

Abb. 1: Wasserdampfdiffusion aufgrund unterschiedlicher Druckverhältnisse
Abhilfe: Dampfbremse bzw. -sperre

Blower Door, Abbildung 2

Abb. 2: Wasserdampfkonvektion in das Bauteil infolge verletzter Luftdichtheitsschicht

Blower Door, Abbildung 3

Abb. 3: Wasserkondensation bei Temperaturabnahme der Luft

Im Vergleich zur „langsamen“ Wasserdampfdiffusion wird bei der Wasserdampfkonvektion innerhalb kurzer Zeit das Tausend- bis Zehntausendfache an Feuchtigkeit in das Bauteil transportiert. Die meist nur örtlich begrenzt auftretenden enormen Feuchtebelastungen können durch Ausdiffundieren nicht ausgeglichen werden, es entstehen unweigerlich Wasseransammlungen und Folgeschäden.

Die Abb. 3 zeigt wie viel Wasser aus der Raumluft herauskondensiert, wenn die Temperatur von z. B. 20° C auf 0° C herabgesetzt wird. Bei einem Durchschnittswohnraum von 40 m3 Rauminhalt ist dies immerhin 1/2 l Wasser. Bei konventionellen Hüllkonstruktionen konnte sich dieses Kondensat z. B. an einfachverglasten Fenstern niederschlagen oder über saugfähige Putzflächen temporär aufgenommen werden. Die „Luftundichtheit“ und mangelnde Winddichtung sorgten dafür, dass die Feuchte schnell wieder abtrocknete. Moderne Konstruktionen, die darauf ausgerichtet sind, Lüftungswärmeverluste zu minimieren und unkontrollierten Luftaustausch zu verhindern, sind in höchstem Maße darauf angewiesen, ihre Hüllkonstruktion vor eindringende Feuchte zu schützen.

Um Bauschäden durch Wasserdampfkonfektion nachhaltig zu vermeiden sollten folgende Punkte beachtet werden:

  1. Schon in einem sehr frühen Stadium der Bauplanung muss die Luftdichtheitsebene berücksichtigt werden. Auf möglichst eindache Anschlüsse und möglichst wenige Durchdringungen der Dampfsperre ist zu achten.
  2. Die Luftdichtheitsebene muss eindeutig aus den Detailplänen mit all ihren Anschlussdetails ersichtlich sein.
  3. Bevor beispielsweise die Dachverschalung aufgebracht wird und die Dampfbremse nicht mehr überprüft werden kann sollte eine Blower-Door-Messung durchgeführt werden. Hierdurch können Fehlstellen erkannt und kostengünstig behoben werden.